Fenster auf! – Fünf Stunden Aufbruch
Genau 37 Jahre nach der großen Demo auf dem Alexanderplatz habe ich das Fenster noch einmal weit aufgemacht, und es blieb fünf Stunden lang offen. Dass bei Kick und Twitch so viele bis weit nach Mitternacht dabeiblieben, hat mich selbst überrascht.
Musikalisch ging es von City, Karat, den Puhdys und Karussell über Bob Dylan bis zu Springsteen und Sandow, viele davon live, wie es sich für eine Demo gehört. Dazu gab es Geschichten von damals, etwa wie ich im MHO-Laden meiner Hochschule ausgerechnet „Born in the U.S.A.“ als AMIGA-Lizenzplatte ergattert habe. Und einen ehrlichen Blick auf meine eigene Rolle: Ich habe das System mitgetragen, sah aber, dass es so nicht weitergeht, und wollte Besseres. Schwarz-Weiß gab es an diesem Abend nicht.
Zum Schluss kam das unvermeidliche „Wind of Change“, das letzte Wort hatte Frumpy mit „Hold On“. Um 1:15 Uhr habe ich fix und foxi den Stecker gezogen. Ein Fenster, das man einmal aufgestoßen hat, macht man so schnell nicht wieder zu.
